2022 gesehen

Ausstellungen:

  • Januar: Kunsthaus Zürich, Earth beats (und Erstbesichtigung des Neubaus). // Der Neubau des Kunsthauses wirkt auf mich altbacken, undynamisch, protzig. Und Earth beats beliebig, additiv, beruhigend.
  • März: Landesmuseum: Im Wald. // Wahrscheinlich weiss ich halt einfach schon zu viel – ich fand die Ausstellung in den grossen Zügen langweilig und dort, wo es spannend hätte werden können, zu oberflächlich.
  • Juli: Museum für Gestaltung, Textiler Garten. // Ein grosser Überblick über fiber art. Was auffällt: Fast alle Stücke sind von Frauen. Und Gestricktes ist nur sehr wenig dabei (zwei oder drei), der Schwerpunkt liegt beim Weben und Knüpfen. Und trotzdem ist die Mitmachskulptur eine Strickliesl.
  • August: Kunstmuseum Luzern: David Hockney. Moving Focus. // Wir sehen wir die Welt wirklich? Sicher nicht in der Zentralperspektive, das zeigt Hockney. Eine Ausstellung, die das genaue Sehen schult. Die Moving Fokus Bilder oder auch „interior with blue terasse and garden“ von 2017 erinnern mich an Handy-Panorama-Bilder, bei der die Perspektive ja auch bewegt und nicht zentral ist.
  • August: Tate Gallery: Cornelia Parker. // Ich mag ihre Herangehensweise, manchmal ist mir das Spiel mit der Gewalt und dem Gruseln aber etwas allzu true-crime-mässig makaber. Es gibt einen guten Dok-Film über sie: https://vimeo.com/178163868
  • August: Tate Modern: Sammlung. Die schiere Grösse des Hauses überfordert mich! Geblieben ist das Replikat von Duchamps‘ „Fontaine“ – absurder geht es nicht mehr. Ein Readymade exakt nachbauen aufgrund von Fotografien!
  • August: Design Museum London: The World of ASRM. // Ich habe eine ganze Bob Ross-Folge geschaut, komische Sachen berührt und war nachher ganz entspannt. Das Desig Museum ist eins für die jedes-Mal-wenn -in-London-Liste.
  • August: V&A, London: Drawn to Nature: Beatrix Potter. // Ich hab es nicht ungern, wenn ich meine Meinung ändern muss: Ich dachte, Beatrix Potter sei so eine kindheitsverklärende, süssliche, kitschige Illustratorin gewesen – aber mit den Büchern hat sie sich selbständig machen können als unverheiratete Frau, hat vom Erlös den halben Lake District gekauft um ihn unter Naturschutz zu stellen und wäre, hätte es ihre Zeit zugelassen, sicher Wissenschaftlerin geworden. In ihrem Spazierstock war ein Vergrösserungsglas eingebaut – wie cool ist das denn!
  • August: Novelty Automation London. // Immer wieder schön, und allein die Neuzugänge – ein Social-Distanceing-Mobile und ein Amazon Warehaus-Spiel – haben den Wiederbesuch gelohnt. Jaz gewinnt zum zweiten Mal einen Nobelpreis.
  • August: Serpentine Galleries: Dominique Gonzales-Foerster: Alienarium 5. // Warum nur stellen sich Künstler:innen Aliens so oft so zenmässig langsam und sphärisch klingend vor, wie in der VR-Installation dieser Ausstellung?
  • August: Serpentine Galleries: Back to Earth. // Ja, Künster:innen haben es auch gemerkt, das mit der Dringlichkeit der grossen Krisen. Aber ändert ihre Arbeit etwas daran? Jedenfalls: Schöner Soundtrack zur Ausstellung von Katy’taya Catitu Tayassu. Und die Ausstellung ist beduftet mit einer Duftinstallation von Sissel Tolaas. Das mit den Gerüchen ist wohl etwas, das kommt.
  • September: Vitra Design Museum: Plastik. Die Welt neu denken. // Am zweitletzten Tag haben wir es noch in diese Ausstellung geschafft. Viel Neues habe ich nicht erfahren, aber ich wurde wieder mal daran erinnert, wie gross die Rolle des Krieges in Bezug auf den Plastik-Siegeszug war.

Theater

  • Blueprint Masquerades (UZH): Marian, or the true tale of Robin Hood. // Gutes, lustiges Stück, gute (eigene) Musik.
  • Comedia Adebar (Schänis, open air): D’Stund vo de Zuekunft. // Mit Christoph Zürrer in einer der Hautprollen. Herzblutttheater, Herzblutpublikum, ein schöner Abend – auch wenn der „antike Chor“ nicht so ganz zu überzeugen vermochte.
  • NN Theater: Odyssee (Kulturufer Friederichshafen). // Wunderbare Musik mit Theremin! Viel lustiger als erwartet (das Plakat versprach Düsternis).
  • Shakespeare’s Globe, London: Shakespeare: The Tempest. // Hat Spass gemacht, auch wenn ich nicht ganz gar alles verstanden habe…

Kino:

(nicht mehr nachgeführt)