2020 gesehen: Kino, Theater, Ausstellungen

Kino
  • Contradict. // Ein packender Film über die engagierte Musikszene Ghanas (Accras). Rap jenseits von Machoklischees.
  • Der Büezer. // Packende Bildsprache, umwerfend gespielt, umwerfend klare und lapidare Erzählweise, aber: EIN Klischee mehr und ich wär gegangen! Absolute Ueberdosis.
  • Platzspitzbaby// Beeindruckende schauspielerische Leistung der erst 12jährigen Luna Mwezi
  • Moskau einfach. // Sehr lustig, sehr treffend, intelligent gestrickte und erzählte Geschichte.
  • Die Känguruh-Chroniken. // An einem der letzten Kinotage vor #staythefuckhome gesehen – interessant, wie gut sich antikapitalistische Parolen vermarkten lassen! Dennoch: grosses Vergnügen und gelungene Ablenkung!

Corona-Heimkino

  • Andrea Statka: Mare (myfilm.ch)
  • Natascha Beller: Die fruchtbaren Jahre sind vorbei (myfilm.ch)
  • Franz Schnyder: Der 10.  Mai (empfohlen von filmo.ch)
  • Pierre Salvadori: En liberté (myfilm.ch)
  • Robin Campillo: 120 bpm (myfilm.ch)
  • Aki Kaurismäki: Die andere Seite der Hoffnung (myfilm.ch)
  • Rian Johnson: Knives Out (myfilm.ch)
  • David Lovery: The Old man and the gun (myfilm.ch)
  • Teemu Nikki: Euthanizer (myfilm.ch)
  • Roman Polanski: Pirates (youtube) – Weil wir das Schiff in Genua gesehen haben.
  • Jean-Paul Salomé: La daronne. // Isabelle Huppert ist ernst, lustig, unscheinbar und glamurös – grossartig! Der Film selber? Etwas vorhersehbar, wenig realistisch, aber wundervoll unterhaltsam. Und der Hund, der den pensionierten Polizeihund „DNA“ spielt, heisst im richtigen Leben fantômas.
Theater
  • Schauspielhaus Zürich: Der Streik. // Ein Erlebnis! Drei Stunden – und keine Sekunde habe ich mich gelangweilt! Spielfreude, guter Rhythmus, witzig, intensiv. Die Leute im Publikum haben in der Pause angefangen, miteinander zu sprechen – das ist selten.
Ausstellungen
  • Olafur Eliassion: Symbiotic seeing. // Ich habe geweint vor Glück über so viel Schönheit.
  • Wissen in Bildern. Museum für Gestaltung . // Visualisieren kann so verschieden sein!
  • Fotografik: Klein, Ifert, Zamecznik. // Inspirierend!!!
  • Des Gletschers Kern. Kunsthaus Glarus. // Die zweite Ausstellung im frisch renovierten Kunsthaus, mit Fotografien von Fridolin Walcher und Monotypien von Martin Stützle.
  • Die neue Fotografie. Umbruch und Aufbruch, 1979-1990. Kunsthaus Zürich. // Die beeindruckendsten Fotografien hingen unter der Treppe (Cécile Wick). Und ich will auch mal mit Barytpapier arbeiten.
  • Otto Piene: Die Sonne kommt näher / Brigitte Kowanz: Lost under the Surface. Haus Konstruktiv. // Man kann durchaus Skulpturen aus Luft und aus Licht machen! Das Haus Konstruktiv schafft es immer wieder, Arbeiten unterschiedlicher Künstler.innen miteinander in Beziehung zu setzen. Anregend!
  • Vertigo. Op Art und die Geschichte des Schwindels. Kunstmuseum Stuttgart. // Der letzte Ausstellungsbesuch vor der Museumsschliessung. Grossartig! Wunderschön!! Inspirierend!!!
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Nach Corona:

  • Potential Worlds 1: Planetary Memory. Migros Museum für Gegenwartskunst. // Etwas arg viel Videoinstallationen, etwas arg intellektuell, aber die Vogelbibliothek von Mark Dion hat was. Leider war die VR-Installation des grossartigen Jakob Kudsk Steensen über den ausgestorbenen Hawaiianischen Vogel Kauaʻi ʻŌʻō aus Coronagründen nur abgefilmt zugänglich.
  • Jan Vorisek: Collapse Poem. Kunsthaus Glarus. // Ein Hüpfburglabyrinth! Der Gestank des Materials trägt nicht unwesentlich zum Beklemmungsgefühl bei.
  • Caroline Bachmann: 58 av. J.-C.. Kunsthaus Glarus // Zur Kenntnis genommen. Meins ist’s nicht.
  • Metamorphosis Overdrive. Kunsthaus St. Gallen. // Was an inhaltlicher Substanz fehlt, wird mit einer Überladung an bedeutungsschwangeren Begleittexten wettzumachen versucht.
  • Iman Issa: Surrogates. Kunsthaus St. Gallen. // Wie die Künstlerin antike Museumsexponate interpretiert. Ein interessantes Experiment – aber irgendwie hätte mich halt schon auch noch interessiert, was der Ausgangspunkt gewesen ist.
  • Véronique Arnold: „L’éclat d’une luciole dans la nuit„. Ghisla Art Collection. // Eine inspirierende Ausstellung einer Künsterlin, die mit sehr unterschiedlichen Techniken sich mit dem Thema Natur auseinandersetzt. Auch mit Cyanotypien. In einem sehr schönen Ausstellungshaus.
  • Lois Hechenblainkner: Ischgl and more. MASILugano LAC. //  So schonungslos fotografiert, dass es weh tut.
  • Shunk-Kender: L’arte attraverso l’obiettivo (1957-1983) MASILugano. // Einblicke ins Kunstleben von Paris und New York der 60er und 70er Jahre. Wundervolle Porträts.
  • Anna-Sabina Zürrer: Apokope. Kunstzeughaus Rapperswil. // Vergänglichkeit einfangen und damit sichtbar machen. Mit Mitmachkunst. Sehr schön und anregend.
  • Alles Echt! Kunstmuseum Luzern. // Imitation, Kopie, Referenz… Die besten Ausstellungstexte, die ich seit langem gesehen habe. Kurz, verständlich, mit echtem Mehrwert.
  • Marion Baruch Retrospektive – Innenausseninnen. Kunstmuseum Luzern. // Ein sehr langes Künstlerinnenleben – anregend zu sehen, wie sich die Art der Ausenandersetzung mit den jeweils gerade drängenden Themen sich mit der Zeit ändert.
  • Robert Frank: Memories. Fotostiftung Winterthur // Ein Jahr und einen Tag nach seinem Tod die erste Gesamtwerkschau. Sehen Lernen!!!
  • Julien Charrière: Towards No Earthly Pole. Kunsthaus Aarau. // Inspiererend, wie sich Charrière mit den grossen Fragen befasst und seine Methoden sehr nah am Thema wählt. Manchmal etwas gar plump metaphorisch, manchmal etwas gar überkandidelt bedeutungsschwanger.