Kunst in Strasbourg. Nur ohne Tomi Ungerer.

Ich habe mir zwei Tage frei genommen für eine Allein-Reise. Eigentlich hatte ich geplant, eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen, und das Ungerer-Museum in Strasbourg zu besuchen. Was man halt so macht, wenn man sowas wie eine verspätete Midlife-Crisis schiebt. Denn Tomi Ungerer ist der Lieblingsautor aus meiner Kindheit, alle seine Bilderbücher (allen voran Zeraldas Riese, das Biest des Monsieur Racine und Crictor) waren für mich sehr wichtig und gewiss prägend.  Und nicht zuletzt waren auch seine „anderen Sachen“ eine wichtige Bildungsquelle – so ist mir das „Fornicon“ (bitte selber googeln) in die Hände geraten, als ich meine Lebensjahre noch einstellig zählen konnte. Aber wie es so kommt, ist das Leben manchmal ziemlich ironisch: Das Museum war wegen Streik geschlossen. Und ich wurde auf den Gedanken zurückgeworfen: Ist irgendwie wie 50 sein. Es klappt einfach nicht mehr alles so, wie man es sich vorgestellt hat…

pu* de mer*!!!

Nun denn – mit 50 hat man auch schon etwas Gelassenheit gelernt und sich etwas Anpassungsfähigkeit bewahrt (hoffe ich doch). So habe ich die gesparte Zeit flanierend genutzt und in der Stadt nach Ausdruck künstlerischen Ausdruckswillens gesucht.

Strasbourg ist – gelinde ausgedrückt – eine pittoreske Stadt. Das hat sich offenbar bei ganz, ganz vielen Reiselustigen herumgsprochen. Die meisten davon treiben sich praktischerweise wie überall auf den Hauptgassen und bei den wichtigsten „points of interest“ herum, kaufen Plüschstörche, knipsen malerische Gässchen und Brückchen oder essen Kougelhopf – man kann den Touristen recht gut ausweichen. Allerdings nicht ganz, dafür ist das im Auge des Ansturms gelegene Münster mit seiner Astronomischen Uhr dann doch zu interessant. Zudem bereitet sich Strasbourg auf ein grosses Kunst- und Kulturfest vor, mit zahlreichen Installationen auf öffentlichen Plätzen. Und wenn vor dem Münster auf einmal ein Mammut zu fliegen kommt, ist das schon ziemlich sehenswert:

le mammouth volant s’installe près de la cathédrale

Ich habe auch noch Kunstgeschichtliches gefunden, zum Beispiel das Haus, in dem der grossartige Gustav Doré seine ersten Zeichnungen gemacht hat (an der rue des écrivains, der Schriwerstubgass).

Und zu guter Letzt auch noch nicht-pittoreske Kunst, die viel harmloser tut als sie ist.

ceci n’est que de l’art

 

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