2018 gesehen: Kino, Theater, Ausstellungen

Kino

  • Die vierte Gewalt.// JournalistInnen sind HeldInnen! 😘
  • Glow. // Kommt nicht oft vor, aber der Film war so schlecht – raus in der Pause! Habe es nicht ausgehalten, wie alte WeggefĂ€hrtinnen von Lady Shiva als lachhafte alte TrottelInnen vorgefĂŒhrt wurden.
  • Western. // Schweigende Deutsche Bauarbeiter mit und ohne Vorurteile in Bulgarien.
  • The Post.// Journalisten sind Helden! 😘
  • Ready Player One // Hat Drive, ist spannend, aber es fehlen ein paar Schichten, die das Buch wichtig machten.
  • In den GĂ€ngen // Interessant erzĂ€hlt, eine sehr schweigsamer Film. Etwas zu arbeiterromantisch: Die sind alle immer so lieb zueinander.
  • Solo // Zwei Stunden gut unterhalten, aber wirklich, liebe UntertitlerInnen: „wookie-umpf“ mit Wookie-Kraft ĂŒbersetzen? „umpf“ hat mehr umpf als „Kraft“. Und nĂ€chstes Mal erkundige ich mich vorher, ob’s echtes 3D oder nachgerechnetes ist. Fake 3D sieht einfach bloss aus wie ein schlecht gerendertes Computerspiel.
  • The Front Page (Billy Wilder, 1974) // Im schönen Kino Lokremise in St. Gallen. JournalistInnen sind HeldInnen!
  • Harold and Maude (1974) // Abschiedsvorstellung fĂŒr das Kino Glarus, das vor dem Abriss, nach zehn Jahren Leerstand, fĂŒr einen letzten Abend noch einmal aus dem Schlaf geweckt wurde fĂŒr ein allerletztes Mal Projektorknattern und Popcorngeruch.

  • Blackkklansman. // Lustig, ernst und deprimierend aktuell.
  • Gundermann. // PortrĂ€t eines Oppositionellen DDR-Liedermachers und IMs der Stasi. Differenziert erzĂ€hlt. Die Geschichte von einem, dem seine Vergangenheit um die Ohren fliegt.
  • The Man who killed Don Quijote. // Die Geschichte von einem, dem seine Vergangenheit um die Ohren fliegt. Abgefahrener als andere Terry-Gilliam-Filme, weil: Im Unterschied zu den letzten paar könnte das hier tatsĂ€chlich so passiert sein – und das wĂ€r wirklich ein ziemlicher Trip…

Theater

  • Lugano Paradiso, Theater St. Gallen // EindrĂŒcklich: Das bespitzelt werden nachvollziehbar gemacht dadurch, dass die SchauspielerInnen anfangen Personen aus dem Publikum zu beschreiben.
  • Die Hauptstadt, Theater Neumarkt ZĂŒrich // Interessante Umsetzung eines Romans, gekonnter Einsatz von Technik, aber bleiben tut mir in erster Linie die grauenhaft unbequeme Bestuhlung. Eine Zumutung.
  • Hello Mr. McGuffin, Schausspielhaus ZĂŒrich, Schiffbau // Wie wenn eine Maturaklasse Hitchcock durchgenommen hĂ€tte und dann statt einer Abschlussarbeit ein StĂŒck verfasst hĂ€tte, in dem alles Gelernte vorkommen muss, damit es eine gute Note gibt.
  • Theater Kanton ZĂŒrich: Sommernachtstraum // Auch einen „sicheren Wert“ kann man so spielen, dass Überraschungen drin sind: Die Textadaption! Die Musikeinlagen!! Die Nebelmaschine!!! Puck!!!!
    Und noch saftiger kann man das vermutlich gar nicht spielen.
  • Der Drache, Jewgenj Schwarz, Klassikertage Wismar // 1943 unter Stalin verboten, und leider immer noch ziemlich aktuell. Eine Komödie ĂŒber Macht und Bequemlichkeit und Helden, auf die niemand gewartet hat.
  • Cry Baby, RenĂ© Pollesch, Deutsches Theater. // Links-intello-Szene- Selbstbefriedigung. Wir sind ja so kritisch – das Publikum klatscht ĂŒber einen Udo-Lindenberg-Diss und outet sich so als ĂŒ50, saturiert und möchtegern- desillusionniert.

Ausstellungen

  • One Truth, GepĂ€ckausgabe Glarus. // Nachdenken ĂŒber die Grenze zwischen SachbeschĂ€digung und Kunst.
  • Your north is my south, Museum fĂŒr neue Kunst Freiburg i.Br. // Habe endlich verstanden, wie das mit der Blockchain geht!
  • War Games, Martha Roser und Hito Steyerl,Kunstmuseum Basel: Unvermittelt reduziert auf Ă€sthetisch- hermetisch-elitĂ€r. Schade drum. Fuck hell yeah! we die.
  • Der Pfeil, GepĂ€ckausgabe Glarus: Monochrom, monoton, lang: die Ausdauer den Publikums auf die Probe stellen geht in Glarus lĂ€nger als in ZĂŒrich.
  • KKLB Landessender BeromĂŒnster: FĂŒhrung Wetz & Rochus Lussi. // Kunstvermittlung als Gesamtkunstwerk!
  • Gianni Motti, Ex-position, Helmhaus ZĂŒrich. // Ă€hm… Stacheldraht und Pflastersteine? In einem stĂ€dtischen Haus? Echt jetzt? Etwas zu banal fĂŒr einen KĂŒnstler dieses Kalibers.
  • Ilya und Emilia Kabakov: Two Times, Kunsthalle Rostock. // Etwas ĂŒber sowjetische Konzeptkunst gelernt, diese alten Sachen fand ich viel spannender als die neuen, eher etwas platten Installationen und als die two-times-Bilder. In Hamburg dann in einer Antiquariatsauslage ein altes Kabakov-Buch gefunden, schöner Zufall.
  • Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger: Too early to Panic, Museum Tingely. // Allerlei WahrnehmungsverĂ€nderndes zum Ausprobieren. und ich bin auf Lebzeiten geimpft mit einem Schönheit- Wahrnehmungs- VerstĂ€rkungs-Virus.
  • Teresa Burga: Aleatory Pictures, Migros Museum fĂŒr Gegenwartskunst. // Feministische Pop Art aus Peru und das fantastische Bild, das verschwindet, wenn man sich ihm nĂ€hert.
  • Roman Signer: Spuren, Kunstmuseum St. Gallen. // Erstarrte Performances sind tot. Deprimierende Ausstellung, dem missglĂŒckten Versuch geschuldet, einen Moment zu konservieren.
  • Olaf Nicolai: That’s a God-for­sa­ken place; but it’s be­au­ti­ful, isn’t it?, LOK St. Gallen. // Wunderschöne Installation!
  • Bonnie Camplin: Epic Time, Kunsthaus Glarus // Schon lange nicht mehr einen derart esoterisch-verstiegenen Nonsense zu hören bekommen wie an der FĂŒhrung mit der KĂŒnstlerin, die sich in ihrere Arbeit auf die „106 Sitzungen der Unterhaltung von Don Elkins mit den außerirdischen Wesen von Ra, gechannelt von Carla L. RĂŒckert 1981-1984“ stĂŒtzt.
  • Imagine ’68. Das Spektakel der Revolution. // Eine Ausstellung, die einen emotional in die Zeit spĂŒlt, wenn man sich darauf einlĂ€sst. Sehr gelungen. Zwei Dinge stören jedoch: Nirgends wird erklĂ€rt, wer die beiden Gaskuratoren sind und nach dem deprimierenden Schlusssatz der Ausstellung –  der Geist von ’68 wurde von Konsum und Kommerz vereinnahmt und selber zum Spektakel  geht es direkt in den Museumsshop…