2018 gelesen

  • Emamanuelle Bayamack-Tam: Ich komme. // Drei innere Monologe dreier Frauen aus drei Generationen einer Familie, Porträt, Gesellschaftsporträt über die Zeit und dazu noch eine Geschichte. Grossartig!
  • John Fante: Der Weg nach Los Angeles. // Ein paar Stunden im Kopf eines egomanen, getriebenen, grössenwahnsinnigen und letztlich ziemlich unsicheren spätpubertären verbringen: Kann man mit diesem Buch.
  • David Mitchell: Der Wolkenatlas. // Es wären sechs spannende Geschichten. Aber der Aufbau machts kaputt: sechs mal öffnen, sechs mal schliessen – bis ich jeweils beim Schluss war, war ich aus der Geschichte draussen. Und die Klammern zwischen den Geschichten sind viel zu konstruiert und zu esoterisch. Kein Wunder, dass die Wachowskis diesen Stoff verfilmen wollten.
  • Juli Zeh: Leere Herzen. // Wollte es mögen. Konnte nicht.
  • Victor Hugo: Die Arbeiter des Meeres. //
  • Daniel de Roulet: Zehn unbekümmerte Anarchistinnen. // Es gibt noch mehr in der anarchistischen Welt als bloss libertäre Kapitalismusprofiteure. Ausserdem: Der Grat zwischen Mut und Naivität ist schmal.
  • Olga Griasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt. // Eine Heimatlose verliert sich selbst. Beieindruckende Schilderung eines Lebensgefühls im Überall und nirgends, zwischen Nähe mit Allem und umfassender Orientierungslosigkeit.
  • T.C.Boyle: Die Terranauten. // Langfädige und vorhersehbare „geschlossene Gesellschaft“-Geschichte. Sein nächster Roman soll sich um LSD drehen. Wird hoffentlich besser…
  • Laurence Sterne: Eine empfindsame Reise. // Hat sich gelohnt, diese Bildungslücke zu schliessen. Ein wunderbar unanständiges, frivoles Buch – längst nicht so ätherisch wie die zeitgenössische Rezeption offenbar war…
  • Joshua Cohen: Buch der Zahlen. // Das Feuilleton liebt das Buch, bei SWR wird der Autor gar „das neueste Genie der Synchronisierung von digital mutiertem Zeitgeist und Literatur“ genannt. Mir war’s zu nervös, zu sprunghaft, zu opulent, und ob mir mehr bleibt als die lustigen Namen der beiden Lemminge „Chomsky“ und „Zuse“?
  • Michael Chabon: Moonglow. // Wieder ein abenteuerliches Leben (oder eigentlich mehrere), spannend erzählt. Die ständigen Zeitsprünge hingegen sind anstrengend und es ist nicht nachvollziehbar, warum Chabon so erzählt. Nicht mein liebster Chabon-Roman.
  • Philipp Roth: Der menschliche Makel. // Schon lange kein so schlechtes Buch gelesen: Klischeestrotzend, kitschig, pathetisch. Und alles wird erklärt, der Autor lässt einen nicht selber denken.
  • Matt Ruff: Lovecraft Country. // 8 Geschichten, jede eine Hommage an Lovecraft, ergeben zusammen eine Geschichte, die den Rassismus Lovecrafts ins Gegenteil verdreht.
  • Becky Chambers: Zwischen zwei Planeten. // Coming-of-Age-Geschichte einer KI. Auch der zweite Roman von Chambers ist weder Utopie noch Dystopie. Freue mich auf den dritten!
  • Nell Zink: Nikotin. // Einblicke in eine ganz, ganz seltsame Welt von 30jährigen, privilegierten Möchtegern-Politaktivisten, denen es unterm Stich doch nur um Sex geht.