2017 gelesen

  • Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch. // Es gibt sie noch, die Überraschungen!
  • Simone Meier: Fleisch. // Nicht schlecht geschrieben, glaube ich. Aber die Geschichte hat mich nicht interessiert.
  • Michel Chabon: Telegraph Avenue. // Das erste Buch seit langem, das ich nicht zu Ende gelesen habe. Jedoch viele gute Musiktipps!
  • Björn Kern: Das Beste, was du tun kannst, ist nichts. // Faul sein aus Umweltgründen. Schön.
  • Becky Chambers: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten. // Sience Fiction. Spannend. Lustig. Weder Utopie noch Dystopie. Von einer Frau. Ich will mehr!
  • Robert Wingham: Escape everything! // Genau. Weniger arbeiten, mehr frei sein. Gehört in jede „Suffizienz-Bibliothek“.
  • Eva Menasse: Tiere für Fortgeschrittene. // Hat mich nicht gelangweilt, aber geblieben ist es mir nicht.
  • Holger Teschke: Heringe. Ein Portrait. // Aus der wunderbaren Reihe „Naturkunden“, alles, was man über die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Heringe, des Silber des Meeres, wissen muss. Zum Beispiel, dass der Rückgang der Heringe in der kleinen Eiszeit mitschuld war am Untergang der Hanse.
  • Takis Würger: Der Club // Auf Empfehlung von www.literaturblatt.ch gelesen, und nicht bereut: Ich war mir zwar sicher, dass ich bereits wusste, dass die englische upper class etwas Furchtbares ist. Erzählt zu bekommen, was sie mit einem macht, der fast hätte dazugehören können, war trotzdem packend.
  • Tom Hodgkinson: Anleitung zum Müssiggang. // Ein Stundenbuch: 24 Gedankenanstösse für mehr Faulheit und weniger Arbeit. Der Welt ginge es besser, wenn nicht alle immer so verdammt fleissig zu sein glauben müssten.
  • Louise Gray: Richtig tiere essen?! Wie ich ein jahr lang nur Fleisch von Tieren ass, die ich selbst tötete. // Ich dachte, das müsste ich fast lesen. Hätte ich nicht gemusst. Habe nach 30 Seiten abgebrochen: Die Autorin stellt ihr Ich dermassen ins Zentrum, dass all die eigentlich interessante Recherche in Selbstgefälligkeit verpufft.
  • Castle Freeman: Auf die sanfte Tour. // Ein Sheriff, dessen Hauptmethode Abwarten ist. Eine Art Western, aber mit Russenmafia. Wer Fargo mochte, mag dieses Buch.
  • Ramita Navai: Stadt der Lügen. Liebe, Sex und Tod in Teheran. // Aufwühlender Einblick hinter die Kulissen Teherans. Eine fremde Welt, in der Menschen leben, die die Autorin mir nahe bringen konnte.
  • Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah. // Als Leserin bin ich eine doppelte Fremde, die einer Fremden zuschaut, wie sie in einer fremden Welt heimisch wird und dann in der heimischen Welt fremd ist.
  • Ilja Trojanow: Der Weltensammler // Sich einlassen aufs Fremde, Wandel der Identität, formal spannend gebaut. Aber nach dem ersten (von dreien) Teil verliert der Roman an Eindringlichkeit.
  • Arthur Conan Doyle: Heute dreimal ins Eismeer gefallen. // Früher waren die jungen Leute hart im Nehmen. Und gewisse Dinge muss man zeichnen, man kann nicht nur schreiben.
  • Theodore Zeldin: Gut Leben. // Das Buch zu lesen fühlt sich an wie zu Besuch sein bei einem alten klugen Mann, der um grosse Fragen, die im Stichwortgeber sind, seine Lebensbilanz herumwickelt. Es war mir eine Ehre, dabei zuzulesen.
  • J. L. Carr: Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten. // Warum lese ich einen Roman über eine Fussballmannschaft, wo ich mich für Fussball doch gar nicht interessiere? Weil in der Buchhandlung ein Zettel dranhing, „Wenn Ihnen „Die Besteigung des Rum Doodle“ von  William Ernest Bowman gefiel, werden Sie dieses Buch mögen“. Hat gestimmt. Das ganze Dorf hat EIN Ziel, und wird doch nicht freudig einig. Nach dem Pokal ist alles wieder wie vorher.
  • Jens Steiner: Mein Leben als Hoffnungsträger. // Ein Blick ins Leben einer Gruppe GenZ-Menschen? Upcycling als kriminelle Strategie? Sozialdrama? jedenfalls habe ich es in einem Zug durchgelesen. Ist mir schon länger nicht mehr passiert.
  • Jaroslav Kalfař: Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt. // Eine sehr ernste Geschichte eingepackt in eine äusserst absurd-abstruse. Das mach die sowohl die ernste als auch die abstruse verträglicher. Ich bin nicht sicher, ob mir das gefällt – es relativiert beides zu stark.
  • Richard Knecht: Notizen eines Büffels. // Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Autor mehr zu sagen hätte als sich auf dem Papier manifestieren kann. Zu oft bleibt es im Musenalpexpresshaften oder Wortjonglageverliebten stecken, oder ergeht sich gar in billigen Verallgemeinerplätzen.
  • Terry Pratchett: Voll im Bilde // Pratchett parodiert alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, heisst es in einer Besprechung. Wie wahr! Wir lustig! Intellektuelle Chilbi mit Zuckerwatte und Magenbrot.
  • Petri Tamminnen: Meeresroman. // Lakonisch und liebevoll. Etwas vom Schönsten, das ich seit langem gelesen habe. Das Buch hat mich dazu gebracht, ganz langsam zu lesen. Und nachher habe ich mich ganz ruhig und zufrieden gefühlt.
  • Cynan Jones: Alles, was ich am Strand gefunden habe. // Ein Buch für alle, die keine Happy Ends mögen. Brutal entsetzlich, weil es nah an der Realität ist. Zwei herzensgute Menschen, denen es so schlecht geht, dass sie nichts mehr zu verlieren haben, verlieren doch noch mehr.
  • Sy Montgomery: Octopus. // Das mit Abstand grauenhafteste Buch, das ich seit langem gelesen habe: Es sei ein Buch über Octopoden, aber eigentlich ist es Buch über die Autorin. Kein gutes.
  • Marc-Uwe Kling: Qualitityland. // Wenn Algorhythmen uns besser zu kennen glauben als wir uns selber, wird’s lustig…
  • Sebastian Lehmann: Parallel leben. // Ein Experte für die Liebe in der Deutschen Nachkriegsliteratur kriegt die Liebe selber nicht auf die Reihe – oder doch nur so irgendwie HomoFaber-Martin-Walser-mässig. Lehmann in nicht witzig, aber in gut. Und der Leineneinband streichelt sich angenehm.
  • Jess Joachimsen: Abschlussball. // Joachimsen skizziert eine wunderbar skurril-melancholische Hauptfigur und ein Panoptikum an Nebenfiguren. Aber die Geschichte franst schon unterwegs, und am Schluss löst sich sich komplett ins Wirre auf. Schade!
  • Catherine Poulain: Die Seefahrerin. // Die Sprache dieses Romans ist wichtiger Teil der Schilderung der Hauptfigur: Treibt durch die Gegenwart, geht an Grenzen, tendiert zum Naiv-Unbedarften. Schade, gibt’s zum Schluss noch klischeehafte Sexbeschreibungen.
  • Ida Hegazy Høyer: Das schwarze Paradies. // Die Hölle sind die andern – und auch man selbst. Hier in der nicht-so-einsame-Pazifikinsel-Version.
  • Mervyn Peake: Captain Slaugtherboard geht vor Anker. // yellow Creature ist aber auch wirklich zum Verlieben!
  • Heinz Oberhummer, Martin Puntigam, Werner Gruber: Das Universum ist eine Scheißgegend. //